Islamische Religionsgemeinschaft Hessen Mit dem Namen ALLAHs, Des Allgnade Erweisenden, Des Allgnädigen Bismillahir-Rahmanir-Rahim
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Wetzlaer Neue Zeitung 1.6.2001

Brisantes Thema bei den "Wetzlarer Gesprächen"
Soll islamischer Religionsunterricht an Hessen Schulen erteilt werden?


Wetzlar/Lahn-Dill-Kreis. Vor drei Jahren hat die Islamische
Religionsgemeinschaft in Hessen (IRH) bei der Landesregierung einen Antrag auf Einführung eines islamischen Religionsunterrichts als ordentliches Lehrfach an den öffentlichen Schulen gestellt. Der Sozialethische Ausschuss der Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar nahm jetzt im Rahmen seiner "Wetzlarer Gespräche" diese Initiative zum Anlass, im Gemeindehaus der Wetzlarer Hospitalkirche über den Stand der Dinge zu informieren Mit Oberkirchenrat Harald Bewersdorff (Düsseldorf) von der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKR) und Ramazan Kuruyüz (Gießen) von der IRH hatte Pfarrerin Ute Kannemann (Lützellinden) als Ausschussvorsitzende zwei kompetente Sachkenner gewonnen.
Beide Gesprächspartner bezogen sich in ihren Plädoyers für einen islamischen Religionsunterricht auf die Vorgaben des Grundgesetzes. Bewersdorff machte deutlich, dass sich unsere Gesellschaft angesichts einer Million muslimischer Schüler nicht mehr an einer "Gastarbeiter-Pädagogik" orientieren könne. Es müsse alles getan werden, den Islam "nicht in die Hinterhöfe zu verdrängen". Das Grundgesetz spreche in seinem Artikel 4 von
einer "ungestörten Religionsausübung". Darum sei es rechtens, der inzwischen drittgrößten Konfession in Deutschland auch Religionsunterricht an öffentlichen Schulen zuzubilligen. Dieser müsse, forderte Bewersdorff, ebenso wie der christliche Religionsunterricht in deutscher Sprache, von in Deutschland ausgebildeten Lehrern und unter staatlicher Schulaufsicht erfolgen.
"Verständigungsbereitschaft, Verständigungsfähigkeit und Verständigungswürdigkeit" müsste das Bildungsziel sein und die "Achtung vor gelebter Religion" fördern.
Ramazan Kuruyüz wies auf interne Probleme von Muslimen in Deutschland hin. Sie gehörten zwar derselben Religion an, ihre unterschiedliche Herkunft aus Ländern in Südeuropa und Nordafrika führe jedoch zu politischen und konfessionellen Spannungen. Die Entstehung einer muslimischen Koaliation in
Hessen, wie sie die IRH mit derzeit 11 500 Mitgliedern darstelle,
bezeichnete ihr Vorsitzender als "einmalig in Deutschland". Die Mehrheit seines Verbandes sei "dialogfähig und für eine Interegration und gegen einen islamischen Fundamentalismus". Nach seiner Ansicht habe sein Verband im Zuge der Beantragung eines eigenen Religionsunterrichts eine muslimische Struktur zustande gebracht, "die allen Vorgaben des Grundgesetzes und der hessischen Landesgesetze entsprechen". Als im Zuhörerkreis Bedenken und Argwohn gegen die Ausführungen von Ramazan Kuruyüz laut wurden, reagierten beide Referenten ungemein resolut. Oberkirchenrat Bewersdorff: "Die Evangelische Kirche im Rheinland macht mit ihrer Forderung nach einem islamischen
Religionsunterricht die Rechtsstaatlichkeit geltend." Ramazan Kuruyüz, der in Niedergirmes an der August-Bebel-Schule als Lehrer tätig ist: "Wir leben in einem Rechtsstaat. Auch Politiker sollen nach dem Grundgesetz handeln."

Von Karl Oskar Henning, tel: 06441/959697, E.mail: lokalredaktion.wnz@mail.mittelhessen.de

Wetzlaer Neue Zeitung 1.6.2001

Brisantes Thema bei den "Wetzlarer Gesprächen"
Soll islamischer Religionsunterricht an Hessen Schulen erteilt werden?


Wetzlar/Lahn-Dill-Kreis. Vor drei Jahren hat die Islamische
Religionsgemeinschaft in Hessen (IRH) bei der Landesregierung einen Antrag auf Einführung eines islamischen Religionsunterrichts als ordentliches Lehrfach an den öffentlichen Schulen gestellt. Der Sozialethische Ausschuss der Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar nahm jetzt im Rahmen seiner "Wetzlarer Gespräche" diese Initiative zum Anlass, im Gemeindehaus der Wetzlarer Hospitalkirche über den Stand der Dinge zu informieren Mit Oberkirchenrat Harald Bewersdorff (Düsseldorf) von der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKR) und Ramazan Kuruyüz (Gießen) von der IRH hatte Pfarrerin Ute Kannemann (Lützellinden) als Ausschussvorsitzende zwei kompetente Sachkenner gewonnen.
Beide Gesprächspartner bezogen sich in ihren Plädoyers für einen islamischen Religionsunterricht auf die Vorgaben des Grundgesetzes. Bewersdorff machte deutlich, dass sich unsere Gesellschaft angesichts einer Million muslimischer Schüler nicht mehr an einer "Gastarbeiter-Pädagogik" orientieren könne. Es müsse alles getan werden, den Islam "nicht in die Hinterhöfe zu verdrängen". Das Grundgesetz spreche in seinem Artikel 4 von
einer "ungestörten Religionsausübung". Darum sei es rechtens, der inzwischen drittgrößten Konfession in Deutschland auch Religionsunterricht an öffentlichen Schulen zuzubilligen. Dieser müsse, forderte Bewersdorff, ebenso wie der christliche Religionsunterricht in deutscher Sprache, von in Deutschland ausgebildeten Lehrern und unter staatlicher Schulaufsicht erfolgen.
"Verständigungsbereitschaft, Verständigungsfähigkeit und Verständigungswürdigkeit" müsste das Bildungsziel sein und die "Achtung vor gelebter Religion" fördern.
Ramazan Kuruyüz wies auf interne Probleme von Muslimen in Deutschland hin. Sie gehörten zwar derselben Religion an, ihre unterschiedliche Herkunft aus Ländern in Südeuropa und Nordafrika führe jedoch zu politischen und konfessionellen Spannungen. Die Entstehung einer muslimischen Koaliation in
Hessen, wie sie die IRH mit derzeit 11 500 Mitgliedern darstelle,
bezeichnete ihr Vorsitzender als "einmalig in Deutschland". Die Mehrheit seines Verbandes sei "dialogfähig und für eine Interegration und gegen einen islamischen Fundamentalismus". Nach seiner Ansicht habe sein Verband im Zuge der Beantragung eines eigenen Religionsunterrichts eine muslimische Struktur zustande gebracht, "die allen Vorgaben des Grundgesetzes und der hessischen Landesgesetze entsprechen". Als im Zuhörerkreis Bedenken und Argwohn gegen die Ausführungen von Ramazan Kuruyüz laut wurden, reagierten beide Referenten ungemein resolut. Oberkirchenrat Bewersdorff: "Die Evangelische Kirche im Rheinland macht mit ihrer Forderung nach einem islamischen
Religionsunterricht die Rechtsstaatlichkeit geltend." Ramazan Kuruyüz, der in Niedergirmes an der August-Bebel-Schule als Lehrer tätig ist: "Wir leben in einem Rechtsstaat. Auch Politiker sollen nach dem Grundgesetz handeln."

Von Karl Oskar Henning, tel: 06441/959697, E.mail: lokalredaktion.wnz@mail.mittelhessen.de

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