das ungehinderte und unbemerkte Treiben rechtsradikaler Gewalttäter im Unter- und Hintergrund mit seinen zahlreichen Opfern hat uns alle erschüttert. Dieses Ereignis wird neben dem peinlichen Versagen der Sicherheitsapparate als zutiefst einschneidender und schmerzhafter Skandal in die deutsche Geschichte eingehen. Der rechtsradikale Terror hat das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Staatsapparate erheblich zerstört. Der Staat, der seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen hat, konnte den hasserfüllten Mord an unschuldigen Menschen mit einer anderen ethnischen Herkunft und Religion nicht verhindern. Verheerender wird diese Tat dadurch, dass sogar von einer möglichen Verstrickung der Sicherheitsapparate und Deckung der Täter die Rede ist. Durch Vorverurteilungen der Ermordeten bei Ermittlungen mit vermeintlicher Nähe zu kriminellen Machenschaften und Ausschluss von rechtsradikalem Hintergrund wurden nicht nur Opfer, sondern auch Ihre Familien zutiefst verletzt und verschmäht. Ein früheres Eingreifen der Sicherheitskräfte hätte zu vielen ungenutzten Gelegenheiten diese Morde verhindern können.
Die IRH gehört zu den Erstunterzeichner des offenen Briefs.
"Keine beladene Seele trägt die Last einer anderen Seele." (Qur'an: 6, 164; 17, 15; 35, 18). Das
heißt: Kein Mensch trägt die Schuld eines anderen Menschen. Keiner darf für das Vergehen
Anderer verantwortlich gemacht werden! Dieser Vers gilt als Grundsatz der Gerechtigkeit und
bildet die Grundlage des gerechten Friedens in der Welt. Es gibt keinen ?gerechten Krieg?, in dem
ein einziger unschuldiger Mensch getötet wird. In diesem Sinne fordern wir die internationale
Staatengemeinschaft auf, sich für die Achtung dieses Gerechtigkeitsprinzips durch alle Staaten
einzusetzen.
der Terroranschlag in Norwegen im vergangenen Monat hat noch einmal und eindeutig gezeigt, dass der Terror keine Religion und keine Nationalität hat. Ich hoffe und wünsche, dass wir alle, nicht nur wir hier, sondern auch alle gesellschaftlichen und politischen Kreise in unserem Land, in Europa und der Welt, von diesem Terroranschlag und seinem islamfeindlichen Hintergrund die entsprechende und notwendige Lehre ziehen. Denn wir haben gesehen, wie die Polarisierung der Gesellschaft und das Schüren von Vorurteilen gegen eine Religionsgemeinschaft, hier gegen den Islam und die Muslime, extremistische Kräfte zu Gewalt und Terror verleiten können."
Mit diesen Unterstellungen verachtet er als verantwortlicher Minister für den Schutz der Verfassung einerseits die in der Verfassung verankerte Religionsfreiheit und andererseits beleidigt er Millionen Musliminnen in Deutschland und weltweit in ihrer Würde und als unmündige Menschen. Darüber hinaus greift er damit auch eine Weltreligion als solche an, die angeblich Frauen unterdrücke. Nicht das Kopftuch ist ein Symbol der Unterdrückung, sondern der Staat unterdrückt und diskriminiert die muslimischen Frauen wegen ihrer Religionsausübung mit seinem Kopftuchverbotsgesetz in Gesellschaft und Beruf. Der Innenminister Rhein ist gefordert, sich von seinen Äußerungen zu distanzieren und sich bei Muslimen öffentlich zu entschuldigen.
Spitzenvertreter der Evangelischen Kirchen sowie der Islamischen Verbände in Hessen haben heute beim "Tag des Dialogs 2011" eine gemeinsame Erklärung zum Selbstverständnis von Religionsgemeinschaften in einer säkularisierten Gesellschaft unterzeichnet. Kernpunkte sind u.a. die Bejahung des weltanschaulich neutralen demokratischen Rechtsstaats, die Ablehnung jeder Form von religiösem und politischem Fundamentalismus sowie das Eintreten für Religionsfreiheit.
Zum Schluss möchte ich inbesondere an junge Muslime bzw. meine jüngeren Geschwister in Deutschland appellieren:
Folgt und gehorcht keinem Menschen, keiner Autorität oder keiner religiösen Instanz blind! Im Islam ist sogar ein blinder Glaube nicht erwünscht. Hinterfragt diejenigen immer kritisch, was sie euch bieten und von euch verlangen! Das gilt auch für mich in meiner Funktion als Vorsitzender
einer Religionsgemeinschaft. Wir sind keine Propheten. Wir sind nicht unfehlbar und können bewusst oder unbewusst Fehler machen. Es kann unter Autoritäten und Instanzen jeder Art
sogar solche geben, die die Religion zu ihren persönlichen, machtpolitischen und wirtschaftlichen Zwecken missbrauchen. Lasst euch von niemandem dazu missbrauchen und instrumentalisieren! Nicht vergessen: Eine gute islamische Gemeinschaft braucht keine blind folgenden, sondern gut gebildete, mündige, selbstbewusste und verantwortungsvolle Muslime.
Die Islamische Religionsgemeinschaft Hessen/IRH hält das geplante Totengebet für eine höchst umstrittene Person wie Osama Bin Laden auf einem öffentlichen Platz, am Roßmarkt in Frankfurt, für eine provokative Instrumentalisierung eines islamischen Gebetes. Eine solche provokative Veranstaltung kann und wird nur der Störung des sozialen Friedens in
unserer Stadt Frankfurt und darüber hinaus dienen. Deshalb rufe ich im Namen der IRH Pierre Vogel und seine Freunde dazu auf, ein solches öffentliches Totengebet nicht zu
organisieren, mit der Provokation aufzuhören und den gesellschaftlichen Frieden nicht zu gefährden. Zugleich rufe ich meine muslimischen Geschwister auf, von einem solchen möglichen öffentlichen Totengebet Abstand zu halten und daran nicht teilzunehmen.
Die Islamische Religionsgemeinschaft Hessen/IRH hofft, dass der Tod von Usame Bin Laden nicht eine neue Welle von Hass und Gewalt auslöst. Gewalt bringt Gegengewalt und ist keine Lösung. Alle Beteiligten sollen endlich auf Gewalt verzichten. Die internationale Staatengemeinschaft wird aufgefordert, bei der Bekämpfung des Terrorismus das Recht und Gesetz sowie das internationale Völkerrecht und die Menschenrechte zu achten.
In eigener Sache
Wir sind umgezogen
Auf der Kontaktseite
sind unsere neue vorübergehende Postfach Adresse und Telefonnummern der Ansprechpartner zu finden.
Studienseminare
Risale-i Nur Dersleri (Türkisch und Deutsch)
* Aqida / Imaninhalte / Glaubenslehre des Islam / ALLAHs Attribute und Eigenschaften / Sinn der Schöpfung
* Islamische Gebote - Sinn und Zweck der Gebote
* Islamische Ethik- und Morallehre
- Jeden Montag um 19.30 Uhr in Gießen
- Jeden Freitag um 19.30 Uhr in Frankfurt
Studienleiter: Ramazan Kuruyüz, Vorsitzender der IRH
Für weitere Informationen: info@irh-info.de
Dienstleistungen
- Wissenschaftliche Beratung für Studien-, Diplom- und Doktorarbeit über Islam und Muslime
- Gastreferenten für Hochschulen über islamische Themen werden zur Verfügung gestellt
- Moscheebesuche für Schulen und Hochschulen werden organisiert
Für Anmeldungen und weitere Informationen: info@irh-info.de