Islamische Religionsgemeinschaft Hessen Mit dem Namen ALLAHs, Des Allgnade Erweisenden, Des Allgnädigen Bismillahir-Rahmanir-Rahim
Die IRH informiert
Aktuell / Kurz Notiert
FB 5/1 Juni 1999 IRU

Kommentar von Muhamet Sen

"Mit uns, nicht über uns. Integriert ist man nicht, man wird integriert. Bitte freimachen von Vorurteilen gegenüber Muslimen".

So etwa könnten die Slogans einer neuen "Aktion Grundgesetz" zur Sympathiewerbung für Muslime lauten in Anlehnung an eine Kampagne der „Aktion Sorgenkind“.

Auf der Grundlage des im Grundgesetz vorgeschriebenen Benachteiligungsverbots von Angehörigen von Religionsgemeinschaften sind öffentliche Aufrufe zum vorurteilsfreien Umgang mit religiösen Minderheiten mittlerweile dringend geboten. Die Betroffenen müssen selbst sprechen. Auch Muslime sind in der Lage sich positiv in diese Gesellschaft einzubringen, auch Muslime haben Fähigkeiten und erbringen Leistungen. Sie fühlen Verantwortung für diese ihre Gesellschaft. Sie wissen, was sie wollen; man soll nur zuhören.

Diskriminierende Phrasen, Verfälschung von Fakten und Tradierung von Vorurteilen und Klischees sollten im Sinne des Miteinanders der Vergangenheit angehören.

Die ständige Wiederholung von Unterstellungen: "der Islam sei nicht demokratiefähig", "der Islam unterdrücke die Frau", "alle Muslime seien potentielle Fundamentalisten", "der Islam sei die neue Gefahr", "alle islamischen Organisationen seien suspekt" kann sich nur negativ auf das Zusammenleben in dieser unserer faktisch multikulturellen Gesellschaft auswirken.

Integration ist keine Einbahnstraße. Nur wenn die Mehrheitsgesellschaft Integration nicht länger nur auf dem Papier propagiert, sondern politische und gesellschaftliche Zeichen setzt, kann Integration gelingen.

Nur wenn der politische Wille da ist, ein Umdenken im öffentlichen Bewußtsein einzuleiten, ist eine echte Integration möglich, eine Integration "als Eingliederung in unsere Gesellschaft unter Beibehaltung eigener kultureller und religiöser Werte".

Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist das Integrationspapier der CDU/CSU-Opposition in Bonn. Die Forderung nach Einführung von islamischem Religionsunterricht als Regelunterricht auf deutsch, unter behördlicher Schulaufsicht ist ein Signal für die muslimischen Kinder und Jugendlichen, die Deutschland längst als ihre Heimat verstehen. Eine Heimat, die schon in der Schule ausgrenzt, ist jedoch fragwürdig. Wie der Sprecher des Zentralrates Dr. Elyas richtig sagte: „Dieses Papier kann von vielen Parteien geschrieben werden, vor allem, wenn sie nicht an der Regierung sind.“ Gemessen werden die Worte aller Parteien, auch der CDU/CSU an den Taten. Loyalität kann nur verstärkt werden durch Zeichen des Angenommenseins, des Dazugehörens, der Akzeptanz und des Respekts.

Unsere Regierung in Hessen könnte hier Zeichen setzen, sie ist in der Verantwortung, sie könnte umsetzen, was auf Bundesebene propagiert wird und damit Geschichte schreiben. Sie könnte den Slogan "Hessen vorn" mit Inhalt füllen.

Alle Voraussetzungen sind gegeben. Die Muslime in Hessen sprechen für sich - es fehlen die Zuhörer.

Absichtserklärungen auf Bundesebene sind kein Ersatz für Kooperationsbereitschaft auf Landesebene.

 

 

FB 5/1 Juni 1999 IRU

Kommentar von Muhamet Sen

"Mit uns, nicht über uns. Integriert ist man nicht, man wird integriert. Bitte freimachen von Vorurteilen gegenüber Muslimen".

So etwa könnten die Slogans einer neuen "Aktion Grundgesetz" zur Sympathiewerbung für Muslime lauten in Anlehnung an eine Kampagne der „Aktion Sorgenkind“.

Auf der Grundlage des im Grundgesetz vorgeschriebenen Benachteiligungsverbots von Angehörigen von Religionsgemeinschaften sind öffentliche Aufrufe zum vorurteilsfreien Umgang mit religiösen Minderheiten mittlerweile dringend geboten. Die Betroffenen müssen selbst sprechen. Auch Muslime sind in der Lage sich positiv in diese Gesellschaft einzubringen, auch Muslime haben Fähigkeiten und erbringen Leistungen. Sie fühlen Verantwortung für diese ihre Gesellschaft. Sie wissen, was sie wollen; man soll nur zuhören.

Diskriminierende Phrasen, Verfälschung von Fakten und Tradierung von Vorurteilen und Klischees sollten im Sinne des Miteinanders der Vergangenheit angehören.

Die ständige Wiederholung von Unterstellungen: "der Islam sei nicht demokratiefähig", "der Islam unterdrücke die Frau", "alle Muslime seien potentielle Fundamentalisten", "der Islam sei die neue Gefahr", "alle islamischen Organisationen seien suspekt" kann sich nur negativ auf das Zusammenleben in dieser unserer faktisch multikulturellen Gesellschaft auswirken.

Integration ist keine Einbahnstraße. Nur wenn die Mehrheitsgesellschaft Integration nicht länger nur auf dem Papier propagiert, sondern politische und gesellschaftliche Zeichen setzt, kann Integration gelingen.

Nur wenn der politische Wille da ist, ein Umdenken im öffentlichen Bewußtsein einzuleiten, ist eine echte Integration möglich, eine Integration "als Eingliederung in unsere Gesellschaft unter Beibehaltung eigener kultureller und religiöser Werte".

Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist das Integrationspapier der CDU/CSU-Opposition in Bonn. Die Forderung nach Einführung von islamischem Religionsunterricht als Regelunterricht auf deutsch, unter behördlicher Schulaufsicht ist ein Signal für die muslimischen Kinder und Jugendlichen, die Deutschland längst als ihre Heimat verstehen. Eine Heimat, die schon in der Schule ausgrenzt, ist jedoch fragwürdig. Wie der Sprecher des Zentralrates Dr. Elyas richtig sagte: „Dieses Papier kann von vielen Parteien geschrieben werden, vor allem, wenn sie nicht an der Regierung sind.“ Gemessen werden die Worte aller Parteien, auch der CDU/CSU an den Taten. Loyalität kann nur verstärkt werden durch Zeichen des Angenommenseins, des Dazugehörens, der Akzeptanz und des Respekts.

Unsere Regierung in Hessen könnte hier Zeichen setzen, sie ist in der Verantwortung, sie könnte umsetzen, was auf Bundesebene propagiert wird und damit Geschichte schreiben. Sie könnte den Slogan "Hessen vorn" mit Inhalt füllen.

Alle Voraussetzungen sind gegeben. Die Muslime in Hessen sprechen für sich - es fehlen die Zuhörer.

Absichtserklärungen auf Bundesebene sind kein Ersatz für Kooperationsbereitschaft auf Landesebene.

 

 

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- Wissenschaftliche Beratung für Studien-, Diplom- und Doktorarbeit über Islam und Muslime
- Gastreferenten für Hochschulen über islamische Themen werden zur Verfügung gestellt
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