Islamische Religionsgemeinschaft Hessen Mit dem Namen ALLAHs, Des Allgnade Erweisenden, Des Allgnädigen Bismillahir-Rahmanir-Rahim
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FB 9/1 November 1999 IRU

Grüne für islamischen Religionsunterricht

In ihrem im November 99 verabschiedeten Papier zur Integration sprechen sich Bündnis 90/Die Grünen erstmals eindeutig für die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts aus: "In Hessen soll ein islamischer Religionsunterricht eingeführt werden. Der Unterricht soll auf Deutsch von hier ausgebildeten LehrerInnen nach genehmigten Lehrplänen im Rahmen der staatlichen Schulaufsicht stattfinden."

Ganz im Sinne der Muslime definiert das neue Konzept von Bündnis 90/Die Grünen in Hessen Integration als mehr als ein bloßes Nebeneinander von Menschen, nämlich als Anstrengungen für Deutsche und Nichtdeutsche, wobei beide Seiten die Bereitschaft zur Interaktion und Veränderung erbringen müßten.

Vor allem die Forderung nach einem Antidiskriminierungsgesetz wird als längst überfällig ausdrücklich begrüßt. Zu Diskriminierung und Rassismus heißt es, daß Ängste und Verunsicherungen aller hier lebenden Menschen ernst zu nehmen sind und Konflikte, die durch Einwanderung und Integration entstehen, mit demokratischen Spielregeln bearbeitet werden sollten. Als Bringschuld der Politik wird die Schaffung von Rahmenbedingungen gefordert, um sozial benachteiligten Gruppen die Eingliederung in die Gesellschaft zu ermöglichen.

Völlig konform geht das Konzept der Grünen mit den Vorstellungen vieler Muslime in Bezug auf Notwendigkeit und Ziele der Integration, sowie in Bezug auf Defizite, die aufgearbeitet werden müssen, wie frühzeitiger Erwerb von Sprachkompetenz. Beispielsweise ist Ziel von Integration für Grüne und Muslime eine Kultur des Respekts und des gleichberechtigten Miteinanders. Übereinstimmung besteht auch darin, dass die verbindende Grundlage für alle die im Grundgesetz festgelegten Rechte und Pflichten sind, auf deren Basis Verschiedenheit akzeptiert werden kann. So heißt es unmißverständlich: "Unterschiede müssen wahrgenommen und ausgehalten werden. Diese Sicht unterscheidet uns von denjenigen, die unter Integration das Verschwinden der eigenen Herkunft und damit Identität verstehen." Weiterhin wird gefordert, dem bisherigen Verständnis von Integration ein Verständnis von einem friedlichen Zusammenleben entgegenzusetzen, das auf soziale und politische Partizipation zielt, das Raum lässt für kulturelle Differenz und Eigenständigkeit und das Kultur nicht als Zustand sondern auch als Prozess begreift.

Die politische Partizipation soll nach Vorstellung der Grünen auf kommunaler Ebene durch ein 3 Punkte Programm ausgebaut werden, das den Abbau der bisherigen administrativen Bevormundung und Gängelung bewirken könnte. Gefordert werden zum einen Integrationsbeiräte, zum zweiten eine vermehrte Einstellung von Nichtdeutschen, gerade in den öffentlichen Verwaltungen und zum dritten die Partizipation aller dauerhaft hier lebenden BürgerInnen an Entscheidungen. Vorgesehen ist, daß hierfür die Möglichkeiten der direkten Demokratie genutzt werden, in dem Sinne daß Nichtdeutsche als "Sachkundige Bürger" bei Entscheidungen angehört und miteinbezogen werden. Zur gesellschaftlichen Partizipation wird angeregt, den Zugang zu und die Tätigkeit von Nichtdeutschen in den deutschsprachigen Medien (Fernseh/Rundfunk/Printmedien) gezielt zu fördern, wobei auch die öffentlich-rechtlichen Anstalten dies als einen Auftrag zur "öffentlichen Versorgung" sehen müssen.

Integration als die zentrale Herausforderung gesellschaftlicher Toleranz ist nach Ansicht der Grünen eine vorrangige Aufgabe verantwortlicher Politik, was nur funktionieren wird, wenn Einwanderung als Chance kultureller Bereicherung und als Herausforderung begriffen wird, die mit Problemen verbunden ist, die jedoch lösbar sind.

FB 9/1 November 1999 IRU

Grüne für islamischen Religionsunterricht

In ihrem im November 99 verabschiedeten Papier zur Integration sprechen sich Bündnis 90/Die Grünen erstmals eindeutig für die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts aus: "In Hessen soll ein islamischer Religionsunterricht eingeführt werden. Der Unterricht soll auf Deutsch von hier ausgebildeten LehrerInnen nach genehmigten Lehrplänen im Rahmen der staatlichen Schulaufsicht stattfinden."

Ganz im Sinne der Muslime definiert das neue Konzept von Bündnis 90/Die Grünen in Hessen Integration als mehr als ein bloßes Nebeneinander von Menschen, nämlich als Anstrengungen für Deutsche und Nichtdeutsche, wobei beide Seiten die Bereitschaft zur Interaktion und Veränderung erbringen müßten.

Vor allem die Forderung nach einem Antidiskriminierungsgesetz wird als längst überfällig ausdrücklich begrüßt. Zu Diskriminierung und Rassismus heißt es, daß Ängste und Verunsicherungen aller hier lebenden Menschen ernst zu nehmen sind und Konflikte, die durch Einwanderung und Integration entstehen, mit demokratischen Spielregeln bearbeitet werden sollten. Als Bringschuld der Politik wird die Schaffung von Rahmenbedingungen gefordert, um sozial benachteiligten Gruppen die Eingliederung in die Gesellschaft zu ermöglichen.

Völlig konform geht das Konzept der Grünen mit den Vorstellungen vieler Muslime in Bezug auf Notwendigkeit und Ziele der Integration, sowie in Bezug auf Defizite, die aufgearbeitet werden müssen, wie frühzeitiger Erwerb von Sprachkompetenz. Beispielsweise ist Ziel von Integration für Grüne und Muslime eine Kultur des Respekts und des gleichberechtigten Miteinanders. Übereinstimmung besteht auch darin, dass die verbindende Grundlage für alle die im Grundgesetz festgelegten Rechte und Pflichten sind, auf deren Basis Verschiedenheit akzeptiert werden kann. So heißt es unmißverständlich: "Unterschiede müssen wahrgenommen und ausgehalten werden. Diese Sicht unterscheidet uns von denjenigen, die unter Integration das Verschwinden der eigenen Herkunft und damit Identität verstehen." Weiterhin wird gefordert, dem bisherigen Verständnis von Integration ein Verständnis von einem friedlichen Zusammenleben entgegenzusetzen, das auf soziale und politische Partizipation zielt, das Raum lässt für kulturelle Differenz und Eigenständigkeit und das Kultur nicht als Zustand sondern auch als Prozess begreift.

Die politische Partizipation soll nach Vorstellung der Grünen auf kommunaler Ebene durch ein 3 Punkte Programm ausgebaut werden, das den Abbau der bisherigen administrativen Bevormundung und Gängelung bewirken könnte. Gefordert werden zum einen Integrationsbeiräte, zum zweiten eine vermehrte Einstellung von Nichtdeutschen, gerade in den öffentlichen Verwaltungen und zum dritten die Partizipation aller dauerhaft hier lebenden BürgerInnen an Entscheidungen. Vorgesehen ist, daß hierfür die Möglichkeiten der direkten Demokratie genutzt werden, in dem Sinne daß Nichtdeutsche als "Sachkundige Bürger" bei Entscheidungen angehört und miteinbezogen werden. Zur gesellschaftlichen Partizipation wird angeregt, den Zugang zu und die Tätigkeit von Nichtdeutschen in den deutschsprachigen Medien (Fernseh/Rundfunk/Printmedien) gezielt zu fördern, wobei auch die öffentlich-rechtlichen Anstalten dies als einen Auftrag zur "öffentlichen Versorgung" sehen müssen.

Integration als die zentrale Herausforderung gesellschaftlicher Toleranz ist nach Ansicht der Grünen eine vorrangige Aufgabe verantwortlicher Politik, was nur funktionieren wird, wenn Einwanderung als Chance kultureller Bereicherung und als Herausforderung begriffen wird, die mit Problemen verbunden ist, die jedoch lösbar sind.

Dienstleistungen
- Wissenschaftliche Beratung für Studien-, Diplom- und Doktorarbeit über Islam und Muslime
- Gastreferenten für Hochschulen über islamische Themen werden zur Verfügung gestellt
- Moscheebesuche für Schulen und Hochschulen werden organisiert

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Extras
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